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Intel Analyse plus Trade Verlauf

Nach dem Earnings Crash vom 24.07.20 gebe ich euch einen Einblick wie der damals zustande gekommene Trade verlaufen ist. Danach gibt es eine Analyse zu den Zukunftschancen der Aktie und ob bzw. wie ich Intel in Zukunft handeln werde.

Beginnen wir zunächst mit dem von mir eingegangen Trade. Durch den Einbruch am 24.07. um fast 20% habe ich mich, aufgrund der immernoch erhöhten Volatilität entschieden 10 cash secured Puts auf Intel zu verkaufen. Ich habe das in einem Video Live festgehalten. Dieses könnt ihr euch hier anschauen.

Dieser Trade hat sich wie erhofft positiv entwickelt. Ich habe insgesamt $1.000 an Optionsprämie vereinnahmt. Die Optionen hatten eine Laufzeit von 56 Tagen und der von mir avisierte Gewinn in Höhe von $500 wurde nach 21 Tagen realisiert und das obwohl die Intel-Aktie im weiteren Verlauf nochmal um $1,20 gesunken ist.

Trading Card

Ich hatte an diesem Tag noch einen weiteren Options-Trade mit Intel gemacht, wie ihr hier nachlesen könnt. Dieser war bereits am Tag des Verkaufs um bis zu 35% im Gewinn. Allerdings konnte ich ihn dann „erst“ nach 12 Tagen mit den angestrebten 50% Gewinn schliessen.

Kommen wir nun zur Analyse von Intel. Ich beginne hier bewusst mit den negativen Fakten. Das Problem für den grössten Tages-Absturz der Geschichte bei Intel waren nicht die Quartalszahlen, ganz im Gegenteil denn diese waren sowohl was den Umsatz als auch was den Gewinn betrifft besser als erwartet. Für den Einbruch der Aktie hat die Bekanntgabe gesorgt, das die Einführung der 7nm CPU´s sich um 6 Monate verzögert. Statt Ende 2021 sollen die CPU´s 2022 eingeführt werden. Bereits bei der Einführung der 10nm Chips gab es Verzögerungen um 3 Jahre! Dazu später mehr. Viele Anleger befürchten nun offensichtlich ein ähnliches Debakel.

Besonders bedrohlich wirkt das AMD bereits in 7nm Technologie fertigen lässt. Hierzu muss man wissen, das AMD diese Chips, anders als Intel, nicht selber fertigt sondern die Produktion zu Taiwan Semiconductor (TSMC) ausgelagert hat. Hinzu kommt das TSMC bereits jetzt in der Lage ist 5nm Chips zu fertigen.

Der nächste harte Schlag für Intel war das Apple in Zukunft für seine Mac´s auf selbst entwickelte Prozessoren setzen will und auch Amazon mit seinen Amazon Web Service (AWS) möchte eigene CPU´s entwickeln und produzieren. Die Zukunft für Intel sieht nicht rosig aus, könnte man meinen.

Kommen wir nun zu den positiven Seiten bei Intel. Ganz klar festhalten muss man, das Intel ein grundsolides Unternehmen mit ausgezeichneter Bilanz und einem sehr hohen Cash-Flow. Die derzeitige Bewertung liegt unter dem langjährigen Mittel. Aktuell ist Intel mit einem 10er KGV bewertet. Der Durchschnitt der letzten Jahre liegt hier bei 12-14. Das KGV selbst spielt bei Wachstums-Aktien nur eine untergeordnete Rolle, dennoch ist es ein guter Indikator dafür wie viel Abwärtspotential eine Aktie noch hat. Es werden lediglich 30% der Gewinne als Dividende ausgeschüttet und das ergibt immerhin eine Dividendenrendite von 2,7%.

Die grosse Frage lautet nun wie schlimm ist die Verschiebung der 7nm Technologie für Intel? Meiner Meinung nach spielt das nur eine kleine Rolle und ich werde nun erläutern weshalb. Schon bei der Einführung der 10nm Technologie lag AMD viele Jahre vor Intel und hat es trotzdem in dem Zeitraum nicht geschafft sich nennenswerte Anteile am Server-Markt zu sichern.

Wie man deutlich erkennen kann spielt AMD im Server Markt überhaupt keine Rolle. Des weiteren wird es von Intel auch weiterhin neue CPU´s auf 10nm Technologie geben. Intel hat seine Absatzziele für 10nm Prozessoren um 20% nach oben korrigiert. Lediglich im Desktop Markt kann AMD, Intel das Wasser reichen.

Aber auch hier hat Intel ein Wachstum im Vergleich zum Vorquartal zu verzeichnen. Im Laptop-Markt wird wiederum Intels Dominanz sichtbar.

Was man natürlich erkennt ist, das AMD Marktanteile bei Laptop und Desktop hinzugewinnt. Allerdings ist das nur die CPU-Seite. Denn Intel hat ein breites Spektrum von Geschäftsfeldern, so hat Intel die Firma Mobil-EYE gekauft, diese ist im Bereich autonomes Fahren tätig und möchte zusammen mit BMW bereits 2021 ein teilweise autonom fahrendes Auto präsentieren. Hier sind allerdings erst geringe Umsätze zu verzeichnen.

Im 2. Quartal 2020 kann man sehr gut sehen, das der Bereich Data-Center (inkl. IOT, 5G, MobileEye und Speicherbereich) bereits mehr als 50%der Umsätze ausmacht. Auch sind hier die Margen mit 44% besonders hoch, was die schwächeren Margen bei PC basierten Verkäufen mehr als ausgleichen kann. Auch sieht man mit 34% ein sehr starkes Wachstum im Vergleich zum Vorjahres-Quartal.

Der Ausblick für das 3. Quartal ist etwas getrübt, hier werden etwas geringere Umsätze, Gewinne und Margen prognostiziert.
Dennoch erwartet das Management für das Gesamt-Jahr 2020 einen um 4% steigenden Umsatz, etwas schwächere Margen und einen gleichbleibenden Gewinn je Aktie.

Meine Vermutung ist das Intel sich im PC Geschäft Marktanteile durch niedrigere Preise erkauft. Denn hier sind die Margen besonders stark zurück gekommen, während sie im Data Center signifikant gestiegen sind. Intel kann sich so einen eventuell abzeichnenden Preiskampf aus 3 Gründen locker leisten

  • Intel erwirtschaftet dieses Jahr vermutlich um 17,5 Mrd US-Dollar freien Cashflow. Hier sollte man als AMD Aktionär vielleicht eher etwas skeptischer in die Zukunft blicken, insbesondere dann wenn man hört
  • das Intel sich durchaus vorstellen kann seine neuesten Chips extern fertigen zu lassen, wenn „bessere Technologien am Markt verfügbar sind“. Hier wird vermutet das man TSM damit meint. Insbesondere nachdem man wenige Tage nach den Earnings einen grossen Auftrag zur Fertigung (2021) von 6nm Wafer an TSM gegeben hat. Hier könnten grössere Aufträge folgen. Gerüchten zufolge sind auch 5nm und 3nm CPU´s geplant. Es könnte sogar passieren das dadurch Intel noch vor AMD einen 3nm Chip auf den Markt bringen könnte.
  • die externe Fertigung hat den Nachteil, das hier die Margen geringer sind als in der Eigenproduktion. Da AMD inzwischen komplett bei TSM fertigen lässt, ist hier der Spielraum für Preisanpassungen nicht so hoch wie bei Intel.

Meiner Meinung nach ergibt sich hier kein einheitliches Bild. Sollten die Gerüchte stimmen, könnte das einen enormen Boost für Intel bedeuten. Man darf nicht vergessen das all diese Entwicklungen Monate und Jahre dauern werden und der Kurs sich nicht innerhalb weniger Monate verdoppeln wird. Intel ist das Flagschiff unter den Chipherstellern, aber ebenso schwerfällig wird sich der Kurs bewegen. Nach unten sehe ich nicht mehr viel Abwärts-Potential. Corona hat Intel nicht geschadet, eventuell hat es den Data-Center bereich sogar beflügelt. Ich halte bis Jahres-Ende ein Kursziel von $60- $70 für möglich.

Durch das begrenzte Abwärtspotential gepaart mit den Zukunftsphantasien könnte ich mir schon vorstellen Intel als Aktie zu besitzen, allerdings nur wenn ich im Rahmen meiner cash secured Put Strategie angedient werde. Somit bekomme ich die Aktie nochmals günstiger als jetzt. Ich habe das in diesem Video genauer erläutert.
Somit werde ich regelmäßig auf Intel Put Optionen verkaufen. Nachfolgend ein Beispiel wie ich so ein konstantes Einkommen generieren kann. Ich verkaufe 10 Stück (entspricht 1.000 Aktien) $47,5er Puts. Hierfür erhalte ich derzeit bei einer Laufzeit von 40 Tagen $167 x 10 Stück = $1.670 Prämie. Sollte Intel am Verfallstag der Optionen über $47,5 liegen, kann ich die Prämie komplett behalten. Ich kaufe die Optionen bei circa 50% der erhaltenen Prämie zurück. In diesem Fall würde ich sie zu $80 zurück kaufen und auf eine neue Gelegenheit warten Puts mit längerer Laufzeit zu verkaufen.

Soweit meine Einschätzung zu Intel und wie ich sie handeln werde. Wenn noch Fragen offen sind, dann kommentiert fleissig.

bis dahin bleibt liquide

Eurer Maik

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