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Schaufelverkäufer im Cannabis Markt

Zu Zeiten des Goldrauschs in Alaska gab es nur wenige Menschen, die ihr Glück mit Gold gemacht haben. Die meisten haben ihr Hab und Gut direkt vor Ort „versilbert“. Sie haben es an die wahren Profiteure des Goldrauschs verloren. Das waren die Händler, Kneipenbesitzer und natürlich die Schaufelverkäufer. So oder so ähnlich könnte es sich auch wieder im Marihuana-Markt wiederholen.

Aktien wie Tilray, Canopy, Aphria oder Aurora katapultierten sich in den Jahren 2018/2019 in astronomische Höhen. Es gab einen neuen Gold Rush. Den sogenannten Weed-Rush. Mitte 2019 gab es dann die Ernüchterung und die Aktien stürzten wieder in die Tiefe. Heute möchte ich euch einen Schaufelverkäufer vorstellen. Obwohl das auch der falsche Ausdruck ist, denn Grow Generation verkauft u.a. Erde aber noch viel mehr Wasser. Denn sie verkaufen die komplette Produktpalette, die man zum Anbau von Marihuana und anderen Pflanzen benötigt.

Grow Generation betätigt sich vornehmlich im Hydroponics und Aquaponic-Bereich. Lustigerweise habe ich vor einigen Jahren eine Aquaponic-Anlage betrieben und vermutlich ist das der einzige Grund, weshalb ich nun Youtube-Videos mache. Mein erstes Youtube-Video findest du hier.

Grow-Generation betreibt kleine Baumärkte, wo man alles zum Thema Gardening findet. Von Erde, Pflanzgefässen, Dünger bis hin zu Gewächshäusern, Pumpen und vielem mehr. Dieses sind sehr spezielle Produkte, ich hätte mir damals so einen Laden gewünscht, da vieles nicht in Baumärkten verfügbar ist.
Im Grunde kann man sich die Läden von Grow Generation vorstellen wie kleine Baumärkte, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben. Hauptkunden sind neben den Endverbrauchern vor allem Gartenbetriebe, die im Zuge der Cannabis-Legalisierung in den USA nun auch Marihuana anbauen.

In der oben stehenden Grafik seht ihr, wo in den USA Cannabis legal angebaut werden kann. Lediglich in 3 US-Bundesstaaten ist der Anbau komplett verboten. Es ist zu vermuten, dass die komplette Legalisierung, also auch außerhalb des medizinischen Anbaus, weiter voran schreitet. Ausserdem seht ihr, wo Grow Generation bereits einen ihrer 27 Läden hat. Bis 2021 möchte man 13 weitere eröffnen, also um knapp 50% wachsen.

Sie verfolgen eine Mischung aus Übernahmen und eigenen Neueröffnungen. Ganz besonders gefällt mir an dieser Strategie, dass sie dieses fast ohne Kreditaufnahmen schaffen wollen. Das zeigt sich auch an der sehr geringen Verschuldung im Vergleich zum Cashbestand. Ende des 2. Quartals 2020 standen den Verbindlichkeiten in Höhe von 8,1 Mio $, 14,8 Mio$ an Cash gegenüber.

Ein sehr gesundes Verhältnis also. Nun könnte man meinen, dass so ein großes Wachstum nicht möglich ist.. weit gefehlt denn gerade im Corona Shutdown Quartal, von denen Grow Generation nicht betroffen war, da sie für die Aufrechterhaltung der Landwirtschaft als wichtig eingestuft wurden, hat GRWG seine Umsätze und Gewinne exorbitant ausbauen können. Die Analysten-Schätzungen wurden regelrecht pulverisiert, was sich sehr schön am Chart zeigen lässt.

Es wurde ein Umsatz von 36,6 Mio.$ erwartet, geliefert wurden 43,45 Mio.$! Auch der Gewinn je Aktie wurde um 20% übertroffen. Generell sind das 2. und 3. Quartal die stärksten bei Grow Generation, weil hier die Leute im Frühjahr und Sommer in die Märkte strömen, um ihre Gärten vorzubereiten.

Es wird dieses Jahr mit einem Umsatzwachstum von 100% im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Trotz des starken Wachstums wird es wohl auch einen Gewinn von ca. 5 Mio. USD zu vermelden geben, was einem KGV von ca. 130 entspricht. Generell sollte man in der jetzigen Wachstumsphase von Grow Generation nicht zu sehr auf den Gewinn achten, denn sie möchten natürlich erst einmal ihr Netz von Märkten in den USA ausbauen. Auch das Online-Geschäft möchte man weiter stark ausbauen. Für 2021 plant man mit einer fast Verdreifachung des Gewinns.

Auch den Cashflow möchte man stark steigern, was für eine Firma die fast ohne Kredite wachsen möchte natürlich essentiell ist. Grow Generation ist dazu übergegangen, sehr viele Eigenmarken zu entwickeln, da hier die Margen natürlich besonders hoch sind. Auch wenn das Thema „Garten Groß- und Einzelhandel“ auf den ersten Blick nicht sehr spannend zu sein scheint, so macht es die spezielle Branche eben aus, dass hier enorme Zuwächse möglich sind. Dieses Nischen-Dasein macht es eben auch aus das Grow Generation hier der Marktführer in den USA ist.

Auch die Wall Street Analysten sehen das Unternehmen sehr bullish, wobei viele Kursziele durch den enormen Anstieg bereits eingeholt wurden.

Nun kommt das große ABER! Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten und das scheint im Management selber zu liegen. Am 21.08., wenige Tage nach den hervorragenden Quartalszahlen hat eine Gruppierung namens „Hindenburg Research“ einen ausführlichen Artikel zum Management herausgegeben. Hindenburg Research ist offensichtlich eine Plattform, die sich dem Anlegerschutz verschrieben hat, oder wie man es auch ausdrücken kann, die sich auf Aktien short selling spezialisiert hat.

In diesem Bericht gehen sie ausführlich auf die Vergangenheit der Firmeninhaber und Lenker ein und diese ist, wenn dieser Bericht stimmt, alles andere als vertrauenserweckend. Denn in der Vergangenheit haben einige der Führungspersonen von Grow Generation schon im Gefägnis gesessen wegen Kreditkarten-Betrugs. Betrug mit Penny Stocks (pump & dump). Auch werden Geschäfte mit Mafia ähnlichen Strukturen nachgesagt.

Wie geschrieben, das sind alles Dinge aus der Vergangenheit, die mit Grow Generation selber nichts zu tun haben, aber wenn man tatsächlich ein Investment erwägt, sollte man dieses wissen und selbst abwägen. Am aktuellen Geschäft haben sie außer eine angeblich zu hohen Bewertung nichts auszusetzen. Es wurde ihrer Meinung nach eine Finanzierung mit angeblich viel zu niedrigen Aktienkursen abgeschlossen, Hindenburg Research erwähnt aber nicht, das zu diesem Zeitpunkt der Kurs auch wesentlich niedriger lag als jetzt.

Insgesamt hinterlässt dieser Report aber dennoch einen sehr faden Beigeschmack. Ich werde die Aktie weiter beobachten und wenn der Aktienkurs weiter runterkommt eventuell mit Short Put Optionen einsteigen, denn die Volatilität bei GRWG ist enorm. So kann man einen 56 Tage laufenden Put mit einem Strike von 12,5$ zu ca. 1,00$ verkaufen. Das bedeutet man sichert sich entweder die Aktie zum 16.10.2020 zu 11,5$ oder man verdient $100 je Option. Bei einem aktuellen Kurs von 17,36$ ist das doch ein enormer Sicherheitsabschlag.

Sollte die Vergangenheit der Mitglieder dieser Firma doch mehr Wirbel verursachen, sind auch Kurse von unter $10 wieder vorstellbar. Kommt in meinen Telegram-Kanal, hier erfahrt ihr Neues zu meinem YouTube-Kanal und meinem Blog.

Bis dahin, bleibt liquide

Euer Maik

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